Frisch verputzte Wände streichen: Die wichtigsten Do's & Don'ts
Frischer Putz ist besonders saugfähig. Dadurch kann die Farbe ungleichmäßig trocknen oder Streifen bilden. Mit der richtigen Vorbereitung schaffst du jedoch die optimale Grundlage für ein gleichmäßiges und langlebiges Ergebnis. Hier zeigen wir dir Schritt für Schritt, worauf es ankommt und welche Produkte du verwenden solltest.
Die richtige Vorbereitung ist entscheidend
Lass deine Wand in Q4 bzw. Qualitätsstufe 4 streichfertig verputzen. Nur auf einem glatten Untergrund erzielst du beim Streichen ein perfektes Ergebnis.
Möchtest du die Wand stattdessen mit Mikrozement (Beton Ciré) oder Lehmputz gestalten, muss der Untergrund nicht vollkommen glatt sein. Kleinere Unebenheiten lassen sich beim Auftragen des Materials ausgleichen.
Frischen Putz grundieren
Frisch verputzte Wände solltest du immer zweimal grundieren, bevor du Farbe, Mikrozement oder Lehmputz aufträgst. So wird die Saugfähigkeit des Untergrunds ausgeglichen und die Beschichtung trocknet gleichmäßig.
Verwende dafür:
- Für Betonoptik Farbe, Kalkfarbe, Japandifarbe und Lehmfarbe:
→ EcoPrimer, bei frischem Putz mit ca. 20 % Wasser verdünnt - Für Mikrozement (Beton Ciré):
→ Microzement Primer, 1 : 1 mit Wasser verdünnt - Für Strukturfarbe:
→ EcoPrimer Grob
Zwei Schichten Primer schaffen eine gleichmäßige Grundlage und helfen, Flecken und Farbunterschiede zu vermeiden.
Trocknung prüfen
Streiche mit der Hand über die Wand. Bleibt noch weißer Staub an der Hand haften, ist der Putz noch nicht vollständig trocken. Warte, bis keine Rückstände mehr abfärben.
Muss es schneller gehen, kannst du nach dem Grundieren einen Bautrockner oder ein Gebläse verwenden, um die Trocknung zu beschleunigen.
Farbe auftragen
Sobald die Grundierung vollständig getrocknet ist, kannst du mit dem Anstrich beginnen. Welche Farbe die richtige ist, hängt von der gewünschten Optik ab:
- Natürlich, matt und ruhig: Kalkfarbe, Lehmfarbe oder Japandifarbe
- Dezente Betonoptik: Betonoptik Farbe
- Markante Struktur im Marrakesh-Stil: Strukturfarbe
Alle Farben werden in zwei Schichten aufgetragen.
Betonoptik Farbe, Kalkfarbe und Japandifarbe trocknen besonders schnell. Mit einem Gebläse kannst du den Trocknungsprozess zusätzlich beschleunigen und dein Projekt zügig fertigstellen.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich vor dem Streichen von Putz eine Feuchtigkeitsmessung durchführen?
Ja, das empfehlen wir auf jeden Fall. Frischer Putz kann an der Oberfläche bereits trocken wirken, während im Inneren noch zu viel Feuchtigkeit vorhanden ist. Miss deshalb vor dem Grundieren den Feuchtigkeitsgehalt der Wand. Dieser sollte unter 4 % liegen, bevor du mit der Grundierung beginnst.
Achte beim Messen besonders auf Ecken und Bereiche mit dickerem Putzauftrag. Dort trocknet der Putz meist langsamer und es kann länger Feuchtigkeit eingeschlossen sein.
Kann ich verputzte Wände selbst glätten?
Das ist möglich. Entscheidend ist jedoch, wie sauber der Putz ausgeführt wurde. Kleine Unebenheiten kannst du oft selbst ausbessern, zum Beispiel durch leichtes Schleifen oder Spachteln. Wenn du die Wand streichen möchtest, solltest du den Putz immer in Qualität Klasse 1 streichfertig ausführen lassen. So ersparst du dir nachträgliche Korrekturen.